Legenden


Portrait Rolf Witthöft

"Der Bayernkurier"

Die BMW R1200GS gehört zu den erfolgreichsten Motorrädern
auf dem Markt. Begonnen hat die Traumkarriere Ende der 70er Jahre
als Offroad-Maschine. Den ersten großen Erfolg feierte 1980
Gelände-Champion Rolf Witthöft. Der Norddeutsche wurde
mit der BMW Werks-GS 800 Europameister.

Text: Winni Scheibe
Fotos: Archiv-Witthöft, Archiv-BMW, Scheibe


Rolf Witthöft


Hollywood hätte das Ereignis kaum spannender in Szene setzen können. Rolf Witthöfts Rücktritt vom Rücktritt. Pünktlich zum Start der neu geschaffenen Deutschen Geländemeisterschaft für Offroad-Maschinen über 750 ccm stand der Norddeutsche Multi-Champion 1978 wieder in den Startlöchern. Nur so zum Spaß, versteht sich, und dazu auf einer selbst umgebauten Kawasaki Z750 Straßenmaschine. Beweisen brauchte der Ausnahmekönner damit niemandem mehr etwas. Von Anfang der 60er bis Mitte der 70er Jahre gehörte der vielfache Deutsche-, Europa- und Weltmeister zu den erfolgreichsten Geländefahrern überhaupt. Das Interesse an der Prestige-Klasse war beachtlich. Maschinen von Maico, Ducati, Yamaha, KTM, aber vor allem die neue Versuchs-GS von BMW, galt es zu schlagen.



Deutscher Geländemeister 1978 Rolf Witthöft auf Kawasaki Z751
(Foto: Archiv-Witthöft)


Verlernt hatte der inzwischen 34-jährige Rolf Witthöft nichts. Am Ende der heißumkämpften Meisterschaft war der Offroad-Spezialist aus Bad Oldesloe mit seiner Kawasaki Z751 Witthöft-Spezial erster Deutsche Geländemeister in der Klasse über 750 Kubik. Vizemeister wurde der BMW-Mitarbeiter und leidenschaftliche Endurofahrer Laszlo Peres auf dem GS-Prototyp aus München.



BMW-GS-Werksfahrer und Europameister 1980 Rolf Witthöft
(Fotos: Archiv-BMW)


Für Kawasaki war Rolf Witthöfts Erfolg nebensächlich. Ein vergleichbares Geländemotorrad gab es im Modellprogramm nicht und für Werbezwecke lies sich der Titel kaum ausschlachten. Ganz anders bei BMW in München. Längst pfiffen es die Spatzen von den Dächern, dass man demnächst eine BMW-Großenduro auf den Markt bringen wollte. Für die erfolgreiche Markteinführung der neuen BMW R80G/S im Jahr 1980 überlies der bayerische Motorradhersteller nichts dem Zufall und verpflichtete Rolf Witthöft als Werksfahrer. Der Deal sollte sich lohnen. Bei der Sechstagefahrt 1979 im Siegerland gewann der Norddeutsche Geländeprofi auf Anhieb die Goldmedaille und am Ende der Saison 1980 stand Rolf Witthöft mit der BMW Werks-GS 800 als Europameister fest. Die GS-Baureihe wurde für BMW ein voller Erfolg, der EM-Titel für Rolf Witthöft Krönung und gleichzeitig Abschluss einer unvergleichlichen Offroad-Karriere.



Offroad-Champion Rolf Witthöft
(Foto: Archiv-BMW)


Die wichtigsten Erfolge von Rolf Witthöft

18facher Deutscher Geländemeister in Einzel- und Mannschaftswertung in den Klassen 100, 125 und über 750 Kubik

10facher Europa-Geländemeister in den Klassen 125 und über 750 Kubik

Weltmeister 1975 und 1976 als Kapitän der Deutschen Nationalmannschaft

Gesamtsieger 1973 der Int. 6-Tagesfahrt in den USA

Mehrfacher Gewinner der Silber Vase (Six-Day-Rennen)

Träger des "Silbernen Lorbeerblattes" der Bundesrepublik Deutschland seit 1973


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